Brüggener Straße – immer noch Optimierungsbedarf

Vor vier Monaten haben Gemeinde und Kreis Viersen den Abschnitt der Brüggener Straße vor dem Altenheim geschwindigkeitsreduziert. Zusätzlich wurden Ortstafeln neu platziert. Aus Fahrtrichtung Bracht kommend, soll nun zwischen der Einmündung Roßweg und der Ampelanlage B221/Brachter Straße höchstens Tempo 50 gefahren werden. Vor dem Altenheim selbst gilt auf einem kurzen Abschnitt Tempo 30.

Mitglieder der Wählergemeinschaft WIR haben begutachtet, wie sich die geänderten Vorschriften auswirken. Dabei ist zunächst festzustellen, dass insbesondere die Schilder Tempo 30 mit dem Zusatzschild ‚Altenheim‘ bei einer merklichen Anzahl von Fahrzeugen zu langsamerer Fahrweise führt. Nachdem am 3. Oktober 2025 ein Bewohner des Altenheims von einem PKW angefahren wurde und verstarb, wurde die Gefahr reduziert.

Zugleich konnte WIR feststellen, dass es weiterhin Optimierungsbedarf gibt. Lange nicht alle Fahrzeuge halten sich an die vorgeschriebene Geschwindigkeit. Teilweise wird vor dem Altenheim selbst Tempo 50 deutlich überschritten. Hier bleibt zu hoffen, dass die Gemeinde durch eine eigene Geschwindigkeitsüberwachung wirksam eingreift. Ein Radar-Anhänger soll von der Burggemeinde gemeinsam mit der Stadt Nettetal angeschafft werden und nach den Sommerferien 2026 einsatzbereit sein.

Von Bracht aus kommend macht es den Anschein, als ende die Ortslage bei der Einmündung Roßweg. Vor Ort stellten unsere Beobachter fest, dass zahlreiche PKW ab hier beschleunigen. Genau in diesem Abschnitt befinden sich zwei Querungshilfen für Fußgänger und Radfahrer. Eventuell muss an dieser Stelle der jahrzehntelangen Gewohnheit zur Beschleunigung auf Tempo 70 mit einer temporären oder dauerhaften Beschilderung entgegen gewirkt werden.

Seit vergangenem Dezember ist auf Höhe Am Aeschenbaum/Mevissenfeld der Ortseingang Angenthoer ausgeschildert. Ab hier gilt Tempo 50. Unmittelbar hinter der Ortseingangstafel wurde das Verkehrszeichen ’30‘ mit den Zusätzen ‚Altenheim‘ und ‚für die folgenden 150 Meter‘ aufgestellt. Das Verkehrszeichen auf der rechten Straßenseite steht jedoch so ungünstig, dass es je nach Position des Betrachters von der Ortstafel vollständig verdeckt wird (siehe Foto unten).

Der Streckenabschnitt, auf dem nun Tempo 30 gilt, ist 150 Meter lang. Er umfasst damit die beiden Haltestellen ‚Brüggen Bracht Altenheim‘ in Fahrtrichtung Bracht und in Fahrtrichtung Brüggen. Zur Haltestelle in Fahrtrichtung Bracht besteht weder ein Überweg/eine Querungshilfe, noch ist die Haltestelle mit einem Bürgersteig nach links oder rechts an begehbare Wege angebunden.

Mit der Begrenzung der Tempo 30-Strecke auf 150m Länge wurde auch eine weitere Gefahrstelle nicht entschärft. Das Wohngebiet Angenthoer wuchs in den vergangenen Jahren auf über 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner. Hier leben viele Familien mit Kindern, die täglich den Weg zu den Brachter Schulen zurücklegen. Trotz Neuregelung der Geschwindigkeiten auf der Brüggener Straße gilt an der Einmündung Angenthoer in die Brüggener Straße nach wie vor Tempo 50. Hier kreuzen zahlreiche Fußgänger und Radfahrer, weil sich der gegenüberliegende Wirtschaftsweg gut als Verbindung zur Grundschule, zur Gesamtschule oder für die Hunderunde eignet. Nach einer Querung der Brüggener Straße an dieser Stelle könnten Schulkinder die Bushaltestelle ‚Brüggen Bracht Altenheim‘ in Fahrtrichtung Bracht erreichen, wenn hier eine Fußwegverbindung zur Bushaltestelle bestünde. An der Haltestelle halten die Buslinien 064, 067, 072 und 074, die mit dem Deutschlandticket/Schokoticket auch als ‚Schulbusse‘ dienen.

Bewohnerinnen und Bewohner des Altenheims drehen gerne eine Spazierrunde um das Altenheim herum. Ausgehend vom rückwärtigen Eingang des Altenheims gehen sie am Kindergarten Mevissenfeld vorbei, wechseln an der Brüggener Straße zum Aeschenbaum hinüber und kehren bei der Hauptzufahrt Angenthoer zurück ins Wohngebiet bzw. zum Tulpenweg. Auf diesen Weg nutzen die Menschen zwei Kreuzungen – an beiden gilt Tempo 50.

Ähnlich verhält es sich bei der Einmündung ‚Am Hollenberg‘, wo Fußgänger zu den drei gegenüberliegenden Bushaltestellen kreuzen. Zwar wurde bereits vor Jahren eine Querungshilfe angelegt, jedoch befindet sie sich 40 Meter vom Übergangsbereich entfernt, so dass sie von fast niemandem genutzt wird. Bei der Besichtigung wurden die Mitglieder der WIR Augenzeuge, wie ein Traktorgespann mit zwei Anhängern die beiden Abbiegespuren mit deutlich mehr als Tempo 50 überfuhr und zugleich einen Linienbus überholte, der zum Halt an einer der Haltestellen verlangsamte!

WIR meint, dass seitens der Gemeinde insgesamt überlegt werden muss, wie die Situation auf der Brüggener Straße zwischen Roßweg und den Bushaltestellen ‚Am Hollenberg‘ weiterentwickelt werden kann. Die geschehenen Maßnahmen wirken, reichen jedoch noch nicht aus.

Ein Kommentar

  1. Super Beitrag! Die Haltestelle Am Hollenberg in Fahrtrichtung Bracht ist ein absoluter Witz! Diese Bushaltestelle ist ohne Gefahr nicht zu erreichen. Es wird sich weder an Tempo 50 gehalten, noch gibt es einen Querungshilfe zu dieser Bushaltestelle. Ein Zebrastreifenüberweg wäre angebracht.
    Ich hoffe sehr, dass weitere Maßnahmen zeitnah ergriffen werden und wir nicht mehrere Jahre bis zu einer möglichen Umsetzung dieser warten müssen.

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