Im Durchschnitt ziehen jedes Jahr nahezu 1.100 Menschen nach Brüggen. Um die geht es der WIR-Fraktion in einem Antrag an den Gemeinderat. Nicht alle Neuzugezogenen melden ihren Wohnsitz an und noch viel mehr lassen sich damit reichlich Zeit. Damit geht der Gemeinde jedes Jahr viele zehntausend Euro verloren. Ein Defizit, dass sich die Gemeinde kurz vor der Haushaltssicherung nicht leisten darf.
Das Geld stammt nicht von den neuen Einwohnerinnen und Einwohnern, sondern aus Schlüsselzuweisungen aus der Lohn- und Einkommensteuer. Die Steuer die vom Bund einbehalten wird, geht über die Länder nach einem bestimmten Zuteilungsschlüssel an die Städte und Gemeinden. Pro durchschnittlicem Erwachsenem macht das jährlich 252,00 EUR aus, pro Schulkind sogar 616,00 EUR! Weil sich zu viele Menschen bei einem Umzug gar nicht oder deutlich verspätet ummelden, gehen der Burggemeinde diese Schlüsselzuweisungen verloren.
Die WIR-Fraktion hat dazu in dieser Woche den Antrag an den Gemeinderat eingereicht, neuen Einwohnerinnen und Einwohnern einen positiven Anreiz für eine zügige Anmeldung des Wohnsitzes zu geben. Profitieren sollen neben der Gemeinde auch örtliche Vereine und die Betroffenen selbst. Die Idee: Für das erste Jahr übernimmt die Gemeinde den Mitgliedbeitrag in einem ortsansässigen Verein. Die Neuzugezogenen finden so schneller Kontakte. Zudem wirkt das so entstehende soziale Umfeld gegen Vereinsamung und für eine emotionale Bindung an den neuen Wohnort. Vereine, die bei der Aktion mitmachen, gewinnen auch dauerhaft neue Mitglieder und die Gemeinde selbst erzielt die zusätzlichen Einnahmen aus Schlüsselzuweisungen.
