Mittlerweile hat man den Eindruck, dass wirklich jede Laterne in Brüggen mit einem Wahlplakat behängt ist. Die meisten davon bestehen aus Polypropylen, Ausnahme die Plakate der Grünen sind aus Pappe gefertigt. Für alle gilt: Sie werden mit bis zu acht Kabelbindern aus Polyamid 6.6 an der Laterne befestigt. Doch ganz egal, ob ‚PP‘ oder Pappe, alle Plakate sind Einwegplakate und müssen nach dem 14. September entsorgt werden.

Mehrweg statt Wegwerf
Anders Wir für Brüggen. Wir setzt bei diesem Wahlkampf auf Mehrweg. Statt typischer Wegwerfplakate kommen bei uns Mastanhänger und Fahnen aus robuster LKW-Plane zum Einsatz. Beide Bestandteile werden nach dem Wahlkampf eingelagert und kommen bei der nächsten Wahl wieder zum Einsatz. Wir reden nicht nur über Nachhaltigkeit, wir setzen sie um. Unsere Mastanhänger sind Eigenbauten aus Holz, ein paar kleinen Metallbauteilen und am Kopfende der Fahnenstange einem gebrauchten Golfball. Einziger Abfall: Zwei Kabelbinder, die wir beim Abhängen natürlich einsammeln.
Aber Polypropylen ist doch recyclingfähig!
Na ja… theoretisch können Plastik-Einwegplakate recycelt werden. Die Betonung liegt auf ‚theoretisch‘! Praktisch müssen alle kleinen Kabelbinder von den Plakaten ebenso wie der Aufdruck entfernt werden, damit wieder sortenreines Material zurückgewonnen wird. Nur so kann ‚PP‘ geschreddert und neu verwendet werden. Praktisch landen deshalb alle Einwegplakate in der Müllverbrennung. Es gibt in unserer Nähe auch gar keinen Anbieter, der das Einsammeln und Wiederverwerten von solchen Plastikplakaten organisiert.
Aber die paar Plakate, dafür so einen Aufwand?
Die nach eigenem Bekunden ‚größte Brüggener Partei‘ hat sage und schreibe 400 Plastikplakate in der Gemeinde verteilt! Alle anderen zwar deutlich weniger, aber alle zusammen wohl so ungefähr 1.000! Hinzu kommen Plakate von Bürgermeisterkandidaten, den Landratswahlen und vereinzelt welche für den Kreistag. Kurzum: Jede Menge Müll.
Etwas Sinnvolles zu tun, ist noch keine gute Politik für die kommenden fünf Jahre. Aber eine gute Poltik für die Gemeinde beginnt mit der richtigen Einstellung. „Wir vermeidet Müll. In Worten und Taten.“ ☘
